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KW 41
Montag, 10. Oktober 2022

RETAX

Unwirtschaftliche Import-Abgabe

Retaxierung von Hepatitis-A-Impfstoff

DAP erreichte eine Retaxierung aus dem letzten Jahr (November 2021), bei der ein ViATIM-Import der Firma EurimPharm (FER N1 1 St. PZN 00684978) zulasten der BARMER (IK 104080005) verordnet war. Da es weder preisgünstige Importe (mit „i“ gekennzeichnete Importe) mit Relevanz für das Einsparziel noch Rabattverträge gab, belieferte die Apotheke mit dem namentlich verordneten Impfstoff. Einige Monate später kam das Schreiben mit der Retaxierung. Grund: „Taxfehler – Abrechnung unwirtschaftlicher Import.“ Wie kann das sein?

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Die Influenza-Saison 2022/23 steht vor der Tür – erst­mals mit Impfung in der Apotheke

In Deutschland treten in den Winter­monaten, meist zu Jahres­beginn, saisonale Influenza-Wellen auf. Im Verlauf einer schweren Influenza-Welle kommt es RKI-Schätzungen zufolge zu ca. 30.000 influenza­bedingten Kranken­haus­ein­weisungen und 20.000 Todes­fällen1 – und das, obwohl eine Impfung zur Verfügung steht. Laut STIKO-Empfehlung sollten vor allem Personen ab 60 Jahren sowie Menschen mit einer chronischen Grund­erkrankung und Schwangere mit einem tetra­valenten Impf­stoff mit aktueller von der WHO empfohlener Antigen­kombination gegen Influenza geimpft werden.2 Für ältere Personen ab 60 Jahren wird die Immunisierung mit einem Hoch­dosis-Influenza-Impf­stoff empfohlen.2

Niedrige Impfraten in Deutschland

Die jährliche Influenza­impfrate in Deutschland gilt schon seit Jahren als deutlich zu gering – insbe­sondere bei älteren Menschen. Laut WHO sollte bei Menschen ab 60 Jahren eine Impfrate von 75 % ange­strebt werden. In Deutschland lag dieser Wert in der Saison 2020/2021 nur bei 47,3 %.3 Vor dem Hinter­grund der wahrscheinlich auch in diesem Herbst und Winter corona­bedingt deutlich verschärften Situation im Gesund­heits­wesen scheint es umso wichtiger, möglichst viele Menschen, vor allem die besonders vulnerablen Gruppen, von dem Nutzen der Influenza-Impfung zu über­zeugen.

Influenza-Impfrate in Deutschland bei Personen ab 60 Jahren

Abb. 1: Angestrebte und tatsächlich erreichte Influenza-Impfrate in Deutschland bei Personen ab 60 Jahren3

Ab der Saison 2022/23: Influenza-Impfung in Apotheken in der Regel­versorgung

Um den niedrigen Impfraten ent­gegen­zu­wirken und einen zusätzlichen, niedrig­schwelligen Zugang zur Influenza-Impfung zu ermöglichen, hat die Bundes­regierung beschlossen, die Influenza-Impfung in Apotheken in die Regel­versorgung zu überführen. Damit können in diesem Jahr erstmalig bundes­weit Erwachsene in der Apotheke auch gegen Influenza immunisiert werden. Voraus­setzung ist der Nachweis der Teilnahme des Apothekers an einer ärztlichen Schulung und dass die Impfung in einer öffentlichen Apotheke durch­ge­führt wird. PTA bleiben übrigens außen vor – sie dürfen die Impfung nicht vor­nehmen.

Helfen Sie aktiv mit!

Sprechen Sie Ihre Kund­schaft auf diese wichtige Präventions­maß­nahme gegen Influenza an und helfen Sie, die Impfrate in Deutschland zu ver­bessern. Da es ca. 10 bis 14 Tage dauert, bis der voll­ständige Impf­schutz ausge­bildet ist,4 sollte die Influenza-Impfung optimaler­weise von Oktober bis Mitte Dezember durch­ge­führt werden. Wird dieser Zeit­punkt ver­passt, kann die Impfung jederzeit nach­ge­holt werden, auch dann noch, wenn eine Influenza-Welle bereits begonnen hat.5

Viele weitere Informationen zur Influenza und Influenza-Impfung finden Sie in der BAK-zertifizierten Online-Fortbildung „Saisonale Influenza in Deutschland“. Bei erfolgreicher Teilnahme erhalten Sie einen Fort­bildungs­punkt.

» Hier geht’s zur Teilnahme

1 RKI-Ratgeber Influenza: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Influenza_saisonal.html#doc2382022bodyText3; aufgerufen am 16.09.2022
2 RKI: Epid Bull 04/2022
3 RKI: Epid Bull 50/2021
4 RKI: Faktenblatt zur Influenza-Impfung: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Faktenblaetter/Faktenblaetter_inhalt.html?nn=2375548; aufgerufen am 16.09.2022
5 https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/Hochdosis-Impfstoffe/FAQ_Uebersicht.html?nn=2375548; aufgerufen am 26.09.2022

MAT-DE-2204238 - 1.0 – 10/2022

KURZ GEMELDET

Grippeimpfstoffe der Saison 2021/22

Keine Rückerstattung von Restbeständen

Liegengebliebene Grippeimpfstoffe der Saison 2020/21 wurden vom Bund erstattet. Dabei wurden insgesamt 16 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, von denen nur etwa sieben Millionen ausgezahlt wurden. Der Rückerstattung der liegengebliebenen Grippeimpfstoffe der Saison 2021/22 erteilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) jetzt allerdings eine Absage. Apotheken bleiben auf den Kosten sitzen.

Aktuelle Kurzumfrage

Thema: DAP Impfstoffbörse

Lieferengpässe stellen Apotheken insbesondere dann vor Herausforderungen, wenn Patienten einen Impfstoff beispielsweise für eine Zweitimpfung oder für eine Reise dringend benötigen bzw. wenn Lieferengpässe länger anhalten.

Die DAP Impfstoffbörse gibt Apothekern eine digitale Plattform, auf der sie über eine Suchanzeige lieferbare Impfstoffe suchen können. Die Plattform dient dazu, sich bei Engpässen gegenseitig auszutauschen.

» Zur Impfstoffbörse

Daher lautet unsere Frage heute:

Was halten Sie generell von der DAP Impfstoffbörse?






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Zusätzlich nehmen Sie an der Verlosung von 1.000 DAPs teil.

Sollten Sie sich noch nicht für das DAPs-Punktesystem angemeldet haben, können Sie sich hier registrieren.

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Auch dieses Jahr wieder hohe Krankheitslast durch RSV zu erwarten?

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein weltweit verbreiteter Erreger für akute Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, der insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder eine große Belastung darstellt. So wird davon ausgegangen, dass innerhalb des 1. Lebensjahres 50–70 % und bis zum Ende des 2. Lebensjahres nahezu alle Kinder eine RSV-Infektion durchgemacht haben.1 Während leichte Infektionen in der Regel selbstlimitierend verlaufen, ist die durch RSV verursachte Bronchiolitis eine der häufigsten Ursachen für Hospitalisierungen bei Säuglingen unter einem Jahr.2,# Dement­sprechend hoch ist die Krank­heitslast.

RSV-Infektionen treten zeitlich und symptomatisch ähnlich der Grippe zyklisch auf, wobei die höchsten Inzidenzen in Mitteleuropa zwischen November und März zu erwarten sind. Leichte Verläufe zeichnen sich vor allem durch erkältungsähnliche Symptome (Husten, Schnupfen, verstopfte Nase, Fieber, Lethargie) aus, die meist von selbst abklingen.1 Durchschnittlich 3,2 Millionen Kinder weltweit bedürfen jährlich einer Hospitalisierung aufgrund einer RSV-Infektion.3 Gleichzeitig steigt die Auslastung niedergelassener Kinderärzte und es kommt zu einer großen Belastung für das Gesundheitssystem.

zilvergolf – stock.adobe.com

# Laut einer US-Studie über pädiatrische Krankenhausaufenthalte zwischen 1997 und 2000.

Risikofaktoren

Welche Säuglinge einen schweren Verlauf entwickeln, lässt sich nicht vorhersagen. Obwohl einige Risikofaktoren, wie Frühgeburtlichkeit oder andere Komorbiditäten, das Auftreten eines schweren Verlaufs begünstigen, kann auch bei gesunden reifgeborenen Kindern ohne Vorerkrankungen eine Hospitalisierung aufgrund einer schweren Symptomatik nötig sein.4

Therapie und Prävention

Eine RSV-Infektion kann derzeit nicht kausal behandelt werden, sodass lediglich symptomlindernde Maßnahmen ergriffen werden können. Um eine Infektion vorzubeugen, sollte auf ausreichende Hygienemaßnahmen geachtet und bei Verdacht auf eine Infektion Kindertagestätten, Kindergärten und Schulen gemieden werden. Eine Impfung ist bisher nicht vorhanden, Risikogruppen (Frühgeborene, Kinder mit Vorerkrankungen) können mit dem monoklonalen Antikörper Palivizumab eine passive Immunisierung erhalten. Dieser muss aufgrund der kurzen Halbwertszeit allerdings monatlich intramuskulär appliziert werden.1
Die jüngsten Fortschritte bei den Strategien zur RSV-Prävention sind vielversprechend: Sowohl langwirkende monoklonale Antikörper als auch die Immunisierung durch Impfung der Mutter können wahrscheinlich nützliche Instrumente zur Prävention von schweren RSV-Infektionen sein.5

» Weitere Infos finden Sie hier

1 Robert Koch-Institut: Respiratorische Synzytial-Virus-Infektionen (RSV), abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_RSV.html, zuletzt abgerufen am 14.09.2022
2 Leader S. Pediatr Infect Dis J. 2002 Jul; 21(7): 629-32
3 Shi T, et al. Lancet. 2017; 390(10098): 946–958
4 Arriola CS et al. J Pediatric Infect Dis Soc. 2020; 9(5): 587–595
5 Navarro A et al. Emerg Themes Epidemiol. 2021; 18(1): 15

MAT-DE-2204198-1.0-10/22

AKTUELLES

Neue Covid-19-Impfstoffe

Aktualisierte PZN und Abrechnung

In den letzten Wochen wurden nach und nach neue Covid-19-Impfstoffe von der Europäischen Arzneimittelkommission EMA zugelassen. Nachdem Ende Juni mit Valneva der erste inaktivierte adjuvante Ganzvirusimpfstoff, ein sogenannter „Totimpfstoff“, zugelassen wurde, folgten zuletzt die an den Omikron Subtyp BA.1 und BA.4/BA.5 angepassten Impfstoffe. Warum die Bezeichnung auf den Durchstechflaschen von der Fachinformation abweicht und mit welchen BUND-PZN die neuen Impfstoffe abgerechnet werden, erfahren Sie hier.

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