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KW 04
Freitag, 28. Januar 2022

KLICK DER WOCHE

Multiple Sklerose – die Suche nach dem Auslöser

Die Krankheit mit den tausend Gesichtern – so wird die Multiple Sklerose (MS) häufig aufgrund der großen Vielfalt an Symptomen und Verlaufsformen genannt. Als chronisch entzündliche neurologische Autoimmun­krank­heit kommt es im Verlauf der Krankheit zu progressiver Demyelinisierung einzelner Axone. Eine aktuelle Kohortenstudie stellt nun einen Zusammenhang mit dem Epstein-Barr-Virus als wahrscheinlichen Auslöser für das Ausbrechen der Erkrankung her. Dement­sprechend scheinen neue Therapieoptionen in greifbarer Nähe.

Coloures-Pic – stock.adobe.com

Die Multiple Sklerose zählt mit 252.000 Erkrankten in Deutschland zu den häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankungen des Zentralnervensystems.1 Die durch MS ausgelösten Läsionen und die daraus resultierenden Schädigungen der Axone haben ein breitgefächertes Spektrum an Symptomen zur Folge, unter denen Erkrankte schubartig oder auch anhaltend leiden. Dazu gehören unter anderem Sehstörungen, Fatigue, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, veränderte Reizwahrnehmung, Blasenschwäche und Spastiken. Im weiteren Verlauf können sich Immobilitäten einstellen, sodass Erkrankte auf einen Rollstuhl angewiesen sind. In seltenen Fällen kommt es durch Komplikationen oder Fortschreiten der MS zu Todesfällen. Die Auslöser der Krankheit sind weitestgehend unklar – eine groß angelegte Studie stellt nun aber einen Zusammenhang zwischen einer Epstein-Barr-Virus-Infektion und dem Ausbruch von MS her. Demnach wurden 99,5 % der MS-Patienten in der Studie positiv auf eine EBV-Infektion getestet.2

Dieser Zusammenhang wurde ebenfalls von dem Biotech-Unternehmen Atara Biotherapeutics aus den USA vermutet, woraufhin es einen Therapieansatz mit dem Namen ATA188 entwickelte. Über eine allogene T-Zell-Immuntherapie werden EBV-infizierte B-Zellen und Plasmazellen spezifisch zerstört. In einer ersten Phase-I-Studie konnten neben einer guten Verträglichkeit erste Zwischenergebnisse bezüglich der Wirksamkeit dargestellt werden. So konnte bei 7 von 8 Patienten eine Verbesserung der Mobilität, gemessen an der Expanded Disability Status Scale, über einen Zeitraum von 33 Monaten beobachtet werden. Zusätzlich wurde über die Magnetisierungstransferrate (MTR) ein Anstieg der Myelindichte gezeigt. Die Myelindichte wird als Biomarker für die Demyelinisierung und Remyelinisierung herangezogen. Bei Patienten ohne den neuen Wirkstoff konnte keine Remyelinisierung beobachtet werden. Die Ergebnisse sind ein weiteres Indiz für die Korrelation zwischen einer EBV-Infektion und dem Ausbruch von Multipler Sklerose. In der zweiten Hälfte des Jahres 2022 plant Atara Biotherapeutics erste Ergebnisse aus der Interimsanalyse der Phase-II-Studie präsentieren zu können.3

1 Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.: Häufigkeit der MS. Online verfügbar unter: https://www.dmsg.de/multiple-sklerose/was-ist-ms
2 Kjetil Bjornevik et al.: Longitudinal analysis reveals high prevalence of Epstein-Barr virus associated with multiple sclerosis. (2022) DOI: 10.1126/science.abj8222
3 Atara Biotherapeutics: Atara Biotherapeutics Presents New Magnetization Transfer Ratio Imaging Data and Two-Year Clinical Data from the Open Label Extension of ATA188 for Progressive Multiple Sclerosis at ECTRIMS 2021 (2021). Online verfügbar unter: https://investors.atarabio.com/news-events/press-releases/detail/248/atara-biotherapeutics-presents-new-magnetization-transfer

NEUE DAP ARBEITSHILFE

Erforderliche Angaben auf dem T-Rezept

Auf dem T-Rezept werden die teratogenen Wirkstoffe Lenalidomid, Pomalidomid und Thalidomid verordnet. Bei Verordnung und Abgabe sind besondere Vorschriften zu beachten. So muss der Arzt beispielsweise auf dem Rezept bestätigen, dass alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden. Eine praktische Hilfe bei der Belieferung von T-Rezepten gibt folgende Arbeitshilfe.

» Hier geht es zur Arbeitshilfe

AKTUELLES AUS DEM DAP DIALOG 66

Neues Beratungswissen

Möchten Sie Ihre Beratung zu bestimmten Wirkstoffen und Inhaltsstoffen überprüfen? Dann schauen Sie in unsere Rubrik Beratungswissen hinein. Hier finden Sie nützliche Informationen, die Sie im Beratungs­gespräch unterstützen.

Neu erschienen im DAP Dialog 66:

» Beratungswissen „Fentanyl“

» Beratungswissen „Morphin“

» Beratungswissen „Finasterid“

» Beratungswissen „Senföle“

» Beratungsleitfaden „Kombination von Vitamin D3 und Vitamin K2“

DAP ARBEITSHILFE

Kontrolle der BSNR und LANR

Unterschiedliche oder abweichende Betriebsstätten-/Arztnummern können ein Indiz für eine Rezeptfälschung sein. Laut Apothekenbetriebsordnung (§ 17 Abs. 5) dürfen Arzneimittel bei Irrtümern oder sonstigen Bedenken nicht abgegeben werden. Diese Arbeitshilfe gibt wichtige Hinweise zur Betriebsstättennummer (BSNR) und zur lebenslangen Arztnummer (LANR), insbesondere im Hinblick auf die richtige Rezeptbelieferung und den Schutz vor Rezeptfälschungen.

» Hier geht es zur Arbeitshilfe

APOTHEKE FRAGT – DAP ANTWORTET

Können wir eine Jumbopackung für ein Kind abrechnen?

Wir haben folgende Verordnung für ein Kind erhalten:

„Vidisic Augengel, 3 x 10 g“.

Nun sind wir uns unsicher, ob das zulasten der Krankenkasse abgerechnet werden darf, denn die EDV zeigt eine Warnmeldung an.

» Lesen Sie hier die Antwort

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