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Erfolgreiche Kombinations­therapie bei aggressiver Leukämie

Häufigste Blutkrebsform bei Erwachsenen betroffen / Heilung durch ursprünglich palliativ eingesetzte Therapie / Publikation in Nature Medicine

Forscher des Universitäts­klinikums Freiburg haben eine neue, sehr wirksame Therapie für die häufigste Leukämie bei Erwachsenen gefunden, die Akut Myeloische Leukämie (AML). Bei etwa jedem achten AML-Patienten lässt sich der Krebs weder mit Chemo­therapie noch mit einer Stamm­zell­trans­plantation lang­fristig zurückdrängen. Die Freiburger Forscher zeigten nun, dass diese Patienten von einer kombinierten Behandlung profitieren: Sie übertrugen T-Immun­zellen gesunder Spender und gaben gleichzeitig das Medikament Sorafenib. Ein Teil der Patienten konnte geheilt werden, bei vielen wurde der Krebs stark zurückgedrängt. In ausführlichen Labor­studien entschlüsselten die Forscher die Wirkungs­weise der Therapie: Sorafenib macht die Tumorzellen für die Immun­zellen sichtbar, woraufhin diese den Krebs zerstören. Die Labor­ergebnisse wurden durch Daten von über 400 Patienten aus weltweit 39 Studien­zentren bestätigt. Die Studie erschien am 12. Februar 2018 im Fachmagazin Nature Medicine.

Abb.: Mäuse mit Leukämie: Eine Trans­plantation gesunder Immun­zellen reicht nicht aus (links). Wird aber gleichzeitig Sorafenib gegeben, werden die Tumor­zellen zurück­gedrängt. (rot: viele Krebs­zellen, blau: wenige Zellen). Bioluminiszenz-Bildgebung. (Bildquelle: Zeiser/Nature Medicine)

Die Akut Myeloische Leukämie ist die häufigste Leukämie­form bei Erwachsenen. Rund jeder vierte Betroffene hat eine Genveränderung, die den Krebs resistent gegen Chemo­therapie macht. Eine Trans­plantation von Immun­stamm­zellen gesunder Spender führt bei knapp der Hälfte dieser Patienten zur Heilung. Doch bei fast 60 Prozent der Betroffenen kehrt der Krebs zurück und endet dann – bislang – schnell tödlich. Diese Patienten könnten jetzt von der neuen Therapie profitieren.

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