Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) sind annähernd kugelförmige Bakterien, die den Nasen- und Rachenraum – meist symptomlos – besiedeln und per Tröpfcheninfektion zwischen Menschen übertragen werden.1 Kommt es zu einer Infektion, kann dies zur Entstehung von Krankheiten des oberen (z. B. Sinusitis, Otitis media) oder unteren Respirationstraktes (z. B. Pneumonie) führen.2 Wesentlich gefährlicher sind sogenannte invasive Pneumokokken-Erkrankungen, bei denen sich die Bakterien stärker im Körper ausbreiten und dabei überwiegend Bakteriämien und Meningitiden verursachen.2 Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland jährlich mehr als 5.000 Pneumokokken-assoziierte Todesfälle auftreten.2
Das Risiko für schwere Verläufe ist bei Pneumokokken-Erkrankungen stark altersabhängig. So haben ältere Menschen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankung, z. B. des Herzens oder der Lunge, ein erhöhtes Risiko. Besonders gefährdet sind jedoch Säuglinge und Kleinkinder während der ersten beiden Lebensjahre.2
Prävention statt Therapie: neuer 15-valenter Pneumokokken-Konjugatimpfstoff von MSD
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine generelle Impfung aller Kinder ab einem Alter von 2 Monaten mit einem Pneumokokken-Konjugatimpfstoff mit dem Ziel, die Morbidität invasiver Pneumokokken-Erkrankungen sowie deren Folgen wie Hospitalisierung, Behinderung und Tod zu reduzieren.3 Die Grundimmunisierung sollte bis zum Alter von 2 Jahren abgeschlossen sein. Aufgrund des sich noch im Aufbau befindenden Immunsystems bei Säuglingen soll hierfür ausschließlich Konjugatimpfstoff (statt Polysaccharid-Impfstoff) zur Anwendung kommen.2 Hierbei ist das Antigen an ein Proteinträgermolekül gekoppelt, wodurch die Immunreaktion verstärkt wird.2
Dass die Säuglingsimpfung gegen Pneumokokken erfolgreich ist, zeigt sich in den seit ihrer Einführung im Jahr 2006 erhobenen Daten. Seitdem kam es zu einer deutlichen Abnahme der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen, die durch die in den Konjugatimpfstoffen enthaltenen Serotypen hervorgerufen werden.2 Dieser Rückgang zeigte sich interessanterweise nicht nur bei den geimpften Kleinkindern, sondern in allen Altersgruppen.2 Der Unterschied zwischen den verschiedenen in Deutschland verfügbaren Konjugatimpfstoffen besteht vor allem in der Zahl der Pneumokokken-Serotypen, die im jeweiligen Impfstoff enthalten sind.2 Die aktuell breiteste Abdeckung bei den Konjugatimpfstoffen an Serotypen bietet der neue 15-valente Konjugatimpfstoff Vaxneuvance® des Herstellers MSD.
1 Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI.
Epid Bull 2016; 36: 351–384
2 Robert Koch-Institut (RKI). Schutzimpfung gegen Pneumokokken: Häufig gestellte Fragen
und Antworten. Stand: Juni 2020
3 Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI.
Epid Bull 2022; 4: 1–67
» Fachinformation Vaxneuvance®. Stand Oktober 2022