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Auch dieses Jahr wieder hohe Krankheitslast durch RSV zu erwarten?

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein weltweit verbreiteter Erreger für akute Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, der insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder eine große Belastung darstellt. So wird davon ausgegangen, dass innerhalb des 1. Lebensjahres 50–70 % und bis zum Ende des 2. Lebensjahres nahezu alle Kinder eine RSV-Infektion durchgemacht haben.1 Während leichte Infektionen in der Regel selbstlimitierend verlaufen, ist die durch RSV verursachte Bronchiolitis eine der häufigsten Ursachen für Hospitalisierungen bei Säuglingen unter einem Jahr.2,# Dement­sprechend hoch ist die Krank­heitslast.

RSV-Infektionen treten zeitlich und symptomatisch ähnlich der Grippe zyklisch auf, wobei die höchsten Inzidenzen in Mitteleuropa zwischen November und März zu erwarten sind. Leichte Verläufe zeichnen sich vor allem durch erkältungsähnliche Symptome (Husten, Schnupfen, verstopfte Nase, Fieber, Lethargie) aus, die meist von selbst abklingen.1 Durchschnittlich 3,2 Millionen Kinder weltweit bedürfen jährlich einer Hospitalisierung aufgrund einer RSV-Infektion.3 Gleichzeitig steigt die Auslastung niedergelassener Kinderärzte und es kommt zu einer großen Belastung für das Gesundheitssystem.

zilvergolf – stock.adobe.com

# Laut einer US-Studie über pädiatrische Krankenhausaufenthalte zwischen 1997 und 2000.

Risikofaktoren

Welche Säuglinge einen schweren Verlauf entwickeln, lässt sich nicht vorhersagen. Obwohl einige Risikofaktoren, wie Frühgeburtlichkeit oder andere Komorbiditäten, das Auftreten eines schweren Verlaufs begünstigen, kann auch bei gesunden reifgeborenen Kindern ohne Vorerkrankungen eine Hospitalisierung aufgrund einer schweren Symptomatik nötig sein.4

Therapie und Prävention

Eine RSV-Infektion kann derzeit nicht kausal behandelt werden, sodass lediglich symptomlindernde Maßnahmen ergriffen werden können. Um eine Infektion vorzubeugen, sollte auf ausreichende Hygienemaßnahmen geachtet und bei Verdacht auf eine Infektion Kindertagestätten, Kindergärten und Schulen gemieden werden. Eine Impfung ist bisher nicht vorhanden, Risikogruppen (Frühgeborene, Kinder mit Vorerkrankungen) können mit dem monoklonalen Antikörper Palivizumab eine passive Immunisierung erhalten. Dieser muss aufgrund der kurzen Halbwertszeit allerdings monatlich intramuskulär appliziert werden.1
Die jüngsten Fortschritte bei den Strategien zur RSV-Prävention sind vielversprechend: Sowohl langwirkende monoklonale Antikörper als auch die Immunisierung durch Impfung der Mutter können wahrscheinlich nützliche Instrumente zur Prävention von schweren RSV-Infektionen sein.5

» Weitere Infos finden Sie hier

1 Robert Koch-Institut: Respiratorische Synzytial-Virus-Infektionen (RSV), abrufbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_RSV.html, zuletzt abgerufen am 14.09.2022
2 Leader S. Pediatr Infect Dis J. 2002 Jul; 21(7): 629-32
3 Shi T, et al. Lancet. 2017; 390(10098): 946–958
4 Arriola CS et al. J Pediatric Infect Dis Soc. 2020; 9(5): 587–595
5 Navarro A et al. Emerg Themes Epidemiol. 2021; 18(1): 15

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