Aktuelle Retax-Falle

Automatische Nullretaxationen: Apotheken warten auf die „Nachjustierung“

Dass der Spitzenverband der GKV-Kassen (SpiBu) und der DAV durch das GKV-VSG gesetzlich verpflichtet wurden, Form- und Nullretaxationen einvernehmlich zu regeln, erschien nur aus Sicht der Krankenkassen verzichtbar. Eine Regelung ist mehr denn je erforderlich: Dies zeigt sich auch in der Tatsache, dass diese Retaxationen nicht etwa als Zeichen eines Einigungswillens abnehmen, sondern leider sogar vermehrt an das DAP gemeldet werden.

Dass aufgrund der zu 95 % automatisch erfolgten EDV-Retaxierungen Fehler passieren, wurde auch vom DAK Vorsitzenden eingeräumt und eine „Systemjustierung“ für erforderlich gehalten. Auf diese „Nachjustierung“ warten die Apotheken ebenfalls noch vergeblich und so wird wohl auch weiterhin über „Einzelfälle“ zu „streiten“ sein, wie im nachfolgenden Fall.

Krankenkasse: DAK Gesundheit (IK 104067996)

Verordnet: Tavor expidet 1,0 TAE N3 50 ST. mit Aut-idem-Kreuz

Abgabedatum: 25.11.2014

Hierzu schreibt der retaxierte Kollege am 17.08.2015 im DAP Retax-Forum:

„Ich habe heute einen besonders ärgerlichen Regress der DAK bekommen. Tavor expidet war für eine Altenheimbewohnerin, die nicht schlucken kann, verordnet worden. Rabattpartner war ein Anbieter von Tabletten/Kapseln. Wir haben zwar das Sonderkennzeichen 6 aufs Rezept gedruckt, aber keinen Text dazugeschrieben (unser Fehler). Jedem Fachmann wäre sofort klar gewesen, was da passiert ist, dennoch retaxiert die DAK auf Null. Dieser Vorgang ist symptomatisch für das mittlerweile vorherrschende Klima zwischen Apotheken und Kassen.“

» Lesen Sie hier weiter!