Uns wurde eine Verordnung über eine Gardasil-Fertigspritze für einen 2010 geborenen Jugendlichen vorgelegt, versichert bei der Techniker Krankenkasse – auf einem Muster-16-Rezept.
Können wir dieses Rezept bedenkenlos beliefern oder müsste die Impfung auf einem Privatrezept verordnet werden, das dann vom Patienten zur Rückerstattung bei seiner Krankenkasse eingereicht wird?
Im März 2024 erhielt der bis vor kurzem nur für Erwachsene zugelassene Pneumokokken-Impfstoff APEXXNAR® von Pfizer auch die Zulassung für Säuglinge ab 6 Wochen, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Um eine Abgrenzung zu dem für Säuglinge zugelassenen Impfstoff Prevenar 13® zu gewährleisten, hatte APEXXNAR® ursprünglich einen anderen Namen zugewiesen bekommen. Mit Erweiterung der Zulassung wird aus APEXXNAR® nun Prevenar 20®. Achtung: Die STIKO hat die Empfehlung noch nicht angepasst. Was bedeutet dies für die Praxis?
RSV-Prophylaxe für alle Neugeborenen und Säuglinge
Ende Juni hat die STIKO ihre Empfehlung zur RSV-Prophylaxe bei Neugeborenen und Säuglingen für ihre erste RSV-Saison bekannt gegeben. Es sollen alle Neugeborenen und Säuglinge einmalig kurz vor bzw. in ihrer ersten RSV-Saison eine Gabe des monoklonalen Antikörpers Nirsevimab (Beyfortus®) erhalten. Dabei sollen Säuglinge, die zwischen April und September geboren sind, den Antikörper möglichst im Herbst (September-November) vor Beginn ihrer ersten RSV-Saison erhalten. Neugeborene, die während der RSV-Saison (üblicherweise Oktober–März) geboren werden, sollen den Antikörper idealerweise vor Verlassen der Geburtseinrichtung erhalten. Falls die Gabe verpasst wurde, sollte diese schnellstmöglich noch während der ersten RSV-Saison nachgeholt werden.
MQ-Illustrations – stock.adobe.com
Quelle: RKI: Epidemiologisches Bulletin 26/2024
BERATUNG
Herpes Zoster
Seit 2018 ist der adjuvantierte Herpes-Zoster-Subunit-Totimpfstoff Shingrix in Deutschland verfügbar und empfohlen für Personen ab 60 Jahren sowie Personen ab 50 Jahren, die ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Herpes Zoster haben. Die Impfquote lag 2022 jedoch gerade mal bei ca. 8 %.1
Aber warum ist es so wichtig, sich gegen Herpes Zoster impfen zu lassen?
Der Beschluss der Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie zur Meningokokken-B-Impfung wurde am 29.05.2024 im Bundesanzeiger veröffentlicht und ist am 30.05.2024 in Kraft getreten. Seitdem ist die Impfung für GKV-Versicherte erstattungsfähig und soll im Alter von 2, 4 und 12 Monaten verabreicht werden. Die Grundimmunisierung kann bis zum Alter von 4 Jahren nachgeholt werden. Da die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Krankenkassen bis jetzt noch keine Vereinbarung zur Vergütung getroffen haben, wird der Impfstoff zurzeit weiterhin auf Privatrezept verordnet. Die Eltern können das Rezept dann zur Erstattung bei der Krankenkasse einreichen.
AKTUELLES
Keuchhusten
Fälle steigen wieder an
Im letzten Jahr wurden in Deutschland insgesamt 3.431 Fälle von Keuchhusten gemeldet. Im Vergleich dazu wurden in den ersten 5 Monaten dieses Jahres bereits 5.322 Fälle (Stand 26.05.2024) gemeldet.1 Während bei Jugendlichen und Erwachsenen und geimpften Kindern die Erkrankung meist harmlos verläuft und sich in einem langanhaltenden Husten manifestiert, kann sie für Säuglinge lebensbedrohlich werden.
Hinweis: Anregungen, Kritik und Themenwünsche zum Newsletter können gerne per Mail an info@deutschesapothekenportal.de geschickt werden. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!