Wenn Krebsmedikamente am Küchentisch eingenommen werden

Ein Kommentar zur wachsenden Verantwortung der Apotheke bei oraler Tumortherapie

Wer heute in der Apotheke arbeitet, merkt es längst im Alltag: Onkologische Therapien kommen nicht mehr nur in der Kühlbox aus der Klinik, sie kommen im normalen Rezeptumschlag. Tabletten, die früher ausschließlich im Zentrum verabreicht wurden, werden inzwischen zuhause eingenommen. Zwischen Frühstück und Spaziergang, ohne Monitor, ohne Infusionsstuhl, ohne unmittelbare Aufsicht.

Für Patientinnen und Patienten bedeutet das Selbstständigkeit. Für uns bedeutet es vor allem eines: Verantwortung verschiebt sich.

Dr. Lisa Apel, Apothekerin und Juristin, med.-wiss. Redakteurin bei DAP

Ein Kongressbeitrag (NZW Hamburg 2026) zur strukturierten pharmazeutischen Betreuung bei oralen Tumortherapien hat genau diese Verschiebung greifbar gemacht. Nicht durch dramatische Einzelfälle, sondern durch den Blick auf die alltäglichen Situationen, die wir alle kennen – und die wir vielleicht noch zu oft unterschätzen.

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