Anpassungen des Disease-Management-Programms für Diabetes mellitus Typ 1

Diabetes mellitus Typ 1 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper kein oder zu wenig Insulin produziert. Sie beginnt meist im Kindes-, Jugend- oder jungen Erwachsenenalter und kann unbehandelt zu schweren Folgeerkrankungen wie Nierenversagen führen. Das Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes mellitus Typ 1 unterstützt derzeit rund 278.500 gesetzlich Versicherte dabei, durch strukturierte medizinische Betreuung Komplikationen, Krankenhausaufenthalte und Folgeschäden zu vermeiden. Das DMP wurde nun auf Grundlage von 28 neuen wissenschaftlichen Leitlinien in den Bereichen Eingangsdiagnose, Therapie sowie Vorbeugung diabetischer Folgeerkrankungen aktualisiert. Die Änderungen treten am ersten Tag des auf die Veröffentlichung im Bundesanzeiger folgenden Quartals in Kraft und müssen innerhalb eines Jahres entsprechend in den Verträgen angepasst werden.

Konkret wurden bei der Eingangsdiagnose der HbA1c-Wert zur Diagnose von Typ-1-Diabetes sowie bei Bedarf die C-Peptid-Bestimmung zur Abgrenzung gegenüber Typ-2-Diabetes ergänzt. Im Fall der Therapie soll nach einer Stoffwechselentgleisung die Ursache zeitnah geklärt und die Therapie oder Therapiezielsetzung entsprechend angepasst werden. Zudem sollen der Einsatz eines Real-Time-Messgeräts (rtCGM) zur Blutzuckermessung geprüft und Kinder, Jugendliche sowie Betreuungspersonen vor dem Einsatz im Umgang mit diesem Gerät geschult werden. Um Folgeerkrankungen wie das diabetische Fußsyndrom, Bluthochdruck und Parodontitis zu vermeiden, wurden die Anforderungen an regelmäßige Kontrollen sowie an Informationen zu Vorbeugungsmaßnahmen ergänzt.

Quelle: Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 18.06.2025, https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/1265/

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