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KOMMENTAR

Die Patient Journey beginnt in der Apotheke

Von Hanno Wolfram, Innov8 GmbH

Der Begriff der Patienten-Zentriertheit hat in der jüngeren Vergangenheit eine bemerkenswerte Karriere gemacht. Konferenzen und Kongresse befassen sich mit diesem Thema und viele Pharmaunternehmen nehmen es für sich in Anspruch. Bemerkenswert im Gesundheitswesen ist auf der anderen Seite, dass alle über Patienten sprechen, aber nur sehr wenige mit Patienten reden. Um näher an den Patienten heranzurücken, kann es Sinn machen, ein zentrales und strukturelles Problem in den Pharmaunternehmen zu bedenken.

Es gibt einen Management-Dreiklang, der bei großen Veränderungsprojekten die Schrittfolge der Themen vorschreibt: Erst werden Strukturen überprüft, dann neue Geschäftsprozesse festgeschrieben und danach folgen Einstellungen, i. S. des Mindsets der Beteiligten. Eine aktuelle Mode hinsichtlich der Veränderung von Strukturen ist, dass zunehmend OTC- oder Consumer-Health Geschäftsteile verkauft werden. Ist der Grund dafür nur die Konzentration auf das lukrativere Rx-Geschäft oder steckt mehr dahinter? Es könnte sein, dass damit auch Platz für ein neues Konzept geschaffen werden soll: Die Einbindung des Apothekers und damit der Patienten in das Rx-Geschäftsmodell. Sehr spannend, wenn plötzlich der Apotheker von der Rx-Pharmaindustrie als Heilberufler wiederentdeckt würde. Eines steht auf jeden Fall fest: Ohne die Apotheke wird Patienten-Zentriertheit ein Lippenbekenntnis der Pharmaindustrie bleiben.

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