Levonorgestrelhaltige hormonelle Notfallkontrazeption (u. a. Postinor®):
Neue Empfehlung für Anwenderinnen von Leberenzyminduktoren
Die Einnahme von Leberenzyminduktoren führt bei gleichzeitiger Anwendung von Levonorgestrel zu einer erhöhten Verstoffwechselung des Gestagens, so dass deutlich verringerte Plasmaspiegel die Folge sind. Aus diesem Grund sollte Frauen, die eine levonorgestrelhaltige Notfallkontrazeption (z. B. Postinor®) wünschen und innerhalb der letzten 4 Wochen enzyminduzierende Arzneimittel eingenommen haben, zur Anwendung eines nicht hormonellen Notfallkontrazeptivums (Kupfer-IUP) geraten werden. Bevorzugt die Kundin jedoch eine hormonelle Notfallkontrazeption, sollte bei Verwendung eines levonorgestrelhaltigen Präparats eine Verdopplung der üblichen Dosis von 1,5 auf 3 mg empfohlen werden, um die verringerten Plasmaspiegel zu kompensieren. Es wird nicht angenommen, dass die höhere Dosis zu einem erhöhten Risiko für Nebenwirkungen führt. Die spezifische Kombination einer doppelten Dosis Levonorgestrel und der gleichzeitigen Anwendung eines Enzyminduktors wurde jedoch nicht untersucht.
Da die Anwendung einiger enzyminduzierender Arzneimittel während der Schwangerschaft mit Geburtsfehlern in Verbindung gebracht wurde, ist es wichtig, bei Anwenderinnen dieser Arzneimittel nach der Einnahme einer levonorgestrelhaltigen Notfallkontrazeption (z. B. Postinor®) eine Schwangerschaft auszuschließen und sie hinsichtlich zuverlässiger, regelmäßig anzuwendender kontrazeptiver Methoden zu beraten.
Die Fach- und Gebrauchsinformationen von Postinor® werden aktualisiert.
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