Hörbare Liebe als Trauerhilfe

Elternteile, die mit einer pallia­tiven Diagnose leben, sind nicht nur durch die Kon­fron­tation mit der eigenen Sterb­lich­keit und den Neben­wirkungen der Therapie belastet, nein, sie sorgen sich oft in erster Linie um ihre Kinder und darum, ob und wie sie ihre Rolle als Mutter oder Vater weiter wahr­nehmen können.

Ein Non-Profit aus Köln, das Familien­hörbuch, hat diesen Bedarf erkannt und speichert die Lebens­erinnerungen von Palliativ­patien­tinnen und -patienten als Zukunfts­geschenk für früh­ver­waiste Kinder.

Foto: Selina Pfrüner

Die Familien­hörbuch gGmbH wurde 2019 von der Medizin­journalistin Judith Grümmer gegründet. Nachdem im Rahmen eines zweijährigen Pilot­projekts die positive Wirkung eines solchen Angebots fest­ge­stellt werden konnte, ging sie den mutigen Schritt und ließ das Herzens­projekt wahr werden.

Bis heute wurden über 750 Familien­hör­bücher produziert, mehr als 1.300 Kinder haben bereits die Chance, mit einer sogenannten Audio­biografie aufzu­wachsen. Sie erhalten ein mehr­stündiges Erinnerungs­stück zum Hören, das Mama oder Papa selbst einge­sprochen haben.

Das Angebot kann von Müttern und Vätern, die unheil­bar erkrankt sind (fortge­schrittener Krebs, Amyotrophe Lateralsklerose o. Ä.), kosten­frei wahr­ge­nommen werden. Die durch­schnitt­lich 100 Arbeits­stunden, die für die An­ferti­gung einer Audio­biografie an­fallen, werden durch Spenden und Förder­mittel finanziert. Der Zugang soll für alle bundes­weit gleich sein. Solch schwere Erkrankungen bringen ohnehin große Veränderungen mit sich und bedeuten nicht selten sozialen Abstieg für die gesamte Familie.

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