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Neue S3‑Leitlinie „Fieber­management“

Die unter Feder­führung der Deutschen Gesellschaft für Kinder‑ und Jugend­medizin e. V. (DGKJ) entstandene Leitlinie „Fieber­management bei Kindern und Jugendlichen“ bietet Ärztinnen und Ärzten, Pflege­fach­personal und Gesundheits­berufen klare, differenzierte Empfehlungen für das ambulante Setting und berücksichtigt zugleich die wichtige Rolle von Eltern und Bezugs­personen im häuslichen Fieber­management.

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Dabei betont die Leitlinie ein grundlegend verändertes Verständnis von Fieber: Es werde nicht als vorrangig behandlungs­bedürftiges Symptom betrachtet, sondern als physiologische und in der Regel hilfreiche Abwehr­reaktion des Körpers, sagt Prof. Dr. Tim Niehues, Leitlinien­beauftragter der DGKJ. Dabei ist für die Einschätzung eines fiebernden Kindes nicht allein der Temperatur­wert entscheidend, sondern vor allem der Allgemein­zustand und spezifische Warn­zeichen. Dazu zählen u. a. Bewusstseins­störungen, schrilles Schreien, Haut­einblutungen, Austrocknung, Atemnot und eine auffällig verlängerte Rekapillari­sierungs­zeit.

Ein zentrales Novum der Leitlinie: Fieber soll nicht aufgrund seiner Höhe gesenkt werden, sondern nur, wenn das Kind sichtbar unter dem Fieber leidet. Paracetamol oder Ibuprofen können bei Kindern, die durch Fieber beeinträchtigt sind, zum Einsatz kommen, jedoch nur in alters‑ und gewichts­entsprechender Dosierung und über eine begrenzte Dauer. Besondere Empfehlungen gelten für Früh­geborene, Neugeborene und Säuglinge. Die Leitlinie spricht sich auch deutlich für eine rationale und zurück­haltende Antibiotika­therapie aus. Fieber allein ist demnach keine Indikation, denn die Mehrheit der fieber­haften Infekte bei Kindern ist viral bedingt. Ein weiterer Punkt der Empfehlungen ist die Rekon­valeszenz: Kinder und Jugendliche sollten mindestens einen vollen Tag fieberfrei und belastbar sein, bevor sie wieder eine Gemeinschafts­einrichtung besuchen.

Zur Leitlinie (PDF)

Bildquelle: DGKJ-News vom 28.07.2025 „NEU: S3-Leitlinie ‚Fiebermanagement‘“