In Deutschland treten in den Wintermonaten, meist zu Jahresbeginn, saisonale Influenza-Wellen auf. Im Verlauf einer schweren Influenza-Welle kommt es RKI-Schätzungen zufolge zu ca. 30.000 influenzabedingten Krankenhauseinweisungen und 20.000 Todesfällen1 – und das, obwohl eine Impfung zur Verfügung steht. Laut STIKO-Empfehlung sollten vor allem Personen ab 60 Jahren sowie Menschen mit einer chronischen Grunderkrankung und Schwangere mit einem tetravalenten Impfstoff mit aktueller von der WHO empfohlener Antigenkombination gegen Influenza geimpft werden.2 Für ältere Personen ab 60 Jahren wird die Immunisierung mit einem Hochdosis-Influenza-Impfstoff empfohlen.2
Niedrige Impfraten in Deutschland
Die jährliche Influenzaimpfrate in Deutschland gilt schon seit Jahren als deutlich zu gering – insbesondere bei älteren Menschen. Laut WHO sollte bei Menschen ab 60 Jahren eine Impfrate von 75 % angestrebt werden. In Deutschland lag dieser Wert in der Saison 2020/2021 nur bei 47,3 %.3 Vor dem Hintergrund der wahrscheinlich auch in diesem Herbst und Winter coronabedingt deutlich verschärften Situation im Gesundheitswesen scheint es umso wichtiger, möglichst viele Menschen, vor allem die besonders vulnerablen Gruppen, von dem Nutzen der Influenza-Impfung zu überzeugen.
Influenza-Impfrate in Deutschland bei Personen ab 60 Jahren
Abb. 1: Angestrebte und tatsächlich erreichte Influenza-Impfrate in Deutschland bei Personen ab 60 Jahren3
Ab der Saison 2022/23: Influenza-Impfung in Apotheken in der Regelversorgung
Um den niedrigen Impfraten entgegenzuwirken und einen zusätzlichen, niedrigschwelligen Zugang zur Influenza-Impfung zu ermöglichen, hat die Bundesregierung beschlossen, die Influenza-Impfung in Apotheken in die Regelversorgung zu überführen. Damit können in diesem Jahr erstmalig bundesweit Erwachsene in der Apotheke auch gegen Influenza immunisiert werden. Voraussetzung ist der Nachweis der Teilnahme des Apothekers an einer ärztlichen Schulung und dass die Impfung in einer öffentlichen Apotheke durchgeführt wird. PTA bleiben übrigens außen vor – sie dürfen die Impfung nicht vornehmen.
Helfen Sie aktiv mit!
Sprechen Sie Ihre Kundschaft auf diese wichtige Präventionsmaßnahme gegen Influenza an und helfen Sie, die Impfrate in Deutschland zu verbessern. Da es ca. 10 bis 14 Tage dauert, bis der vollständige Impfschutz ausgebildet ist,4 sollte die Influenza-Impfung optimalerweise von Oktober bis Mitte Dezember durchgeführt werden. Wird dieser Zeitpunkt verpasst, kann die Impfung jederzeit nachgeholt werden, auch dann noch, wenn eine Influenza-Welle bereits begonnen hat.5
Viele weitere Informationen zur Influenza und Influenza-Impfung finden Sie in der BAK-zertifizierten Online-Fortbildung „Saisonale Influenza in Deutschland“. Bei erfolgreicher Teilnahme erhalten Sie einen Fortbildungspunkt.
» Hier geht’s zur Teilnahme
1 RKI-Ratgeber Influenza: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Influenza_saisonal.html#doc2382022bodyText3; aufgerufen am 16.09.2022
2 RKI: Epid Bull 04/2022
3 RKI: Epid Bull 50/2021
4 RKI: Faktenblatt zur Influenza-Impfung: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Faktenblaetter/Faktenblaetter_inhalt.html?nn=2375548; aufgerufen am 16.09.2022
5 https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/Hochdosis-Impfstoffe/FAQ_Uebersicht.html?nn=2375548; aufgerufen am 26.09.2022
MAT-DE-2204238 - 1.0 – 10/2022