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Retax-News

29. August 2024

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AKTUELLE RETAXFALLE

Weitere Retaxationen: vermutete Doppelabrechnung Papier- und E-Rezept

In der vergangenen Woche berichteten wir von einer Retax, die uns in dieser Form zum ersten Mal bekannt wurde: In einer Apotheke wurde zunächst ein E-Rezept und einen Tag später ein Papierrezept eingelöst. Beide Rezepte waren formal ordnungsgemäß ausgestellt und fristgerecht vorgelegt worden – dennoch folgte die Retax mit der Begründung „vermutete Doppelabrechnung“.

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Bildquelle: koya979/Shutterstock.com

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Lieferengpässe bei BtM: bei Betäubungsmitteln Austausch zwischen verschiedenen Herstellern vermeiden

Lieferengpässe beeinträchtigen die Versorgung erheblich. Besonders kritisch sind Engpässe bei Betäubungsmitteln (BtM), da hier strenge Austauschregeln gelten. Patientinnen und Patienten, die BtM wie Methylphenidat (MPH) benötigen, reagieren empfindlich auf Änderungen ihrer Medikation, weshalb ein Schutz ihrer Therapie vorteilhaft ist. Trotzdem erlaubt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Austausch von verzögert freisetzenden MPH-Präparaten, sofern sie gleiche Anteile an schnell und verzögert freisetzendem Wirkstoff aufweisen.1

Sensible Patientengruppen und die Notwendigkeit der Konsistenz

Von ADHS Betroffene zeigen oft eine geringe Therapieadhärenz, was das Risiko von Therapieunterbrechungen erhöht.2,3,4 Aus den genannten und anderen Gründen kann ein bei der Verordnung gesetztes Aut-idem-Kreuz den Austausch verhindern. Auch Apotheken können aufgrund Pharmazeutischer Bedenken die Substitution eines Medikaments ausschließen, wenn im Beratungsgespräch klar wird, dass ein Arzneimittelwechsel die Therapie gefährdet. Häufige Umstellungen und veränderte Wahrnehmungen der Wirkung können das Vertrauen in die Medikation mindern und die Adhärenz verringern. Daher sollte bei BtM der Arzneimittelaustausch bei kritischen Indikationen vermieden werden.2,3,4

Marktstabilität und Produktionskapazitäten

Schwankungen im Absatz und regulatorische Vorgaben machen die Absatzplanung seitens der Hersteller herausfordernd. Strenge Produktions- und Qualitätskontrollen sowie langfristige Planungen sind erforderlich, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Medikamente zu gewährleisten. Dabei kann der Lieferengpass eines Herstellers den gesamten ADHS-Markt destabilisieren.

Planungssicherheit für zuverlässige Produzenten

Um den Marktbedarf zuverlässig zu decken, ist größere Planungssicherheit für Produzenten entscheidend. Nur so können sie Ressourcen bereitstellen und Produktionsabläufe effizient koordinieren. Wünschenswert wäre, dass auch MPH-Präparate mit gleichen Anteilen an schnell und verzögert freisetzendem Wirkstoff von der Substitution ausgeschlossen werden. Da der Großteil der ADHS-Patientinnen und -Patienten mit einer ebensolchen Zusammensetzung therapiert wird, könnte dies eine planbare Produktion und Sicherstellung der Marktversorgung gewährleisten.5

1 https://www.g-ba.de/downloads/40-268-10327/2024-03-21_AM-RL-VII_Methylphenidat_TrG.pdf
2 Charach A, Fernandez R. Enhancing ADHD medication adherence: challenges and opportunities. Curr Psychiatry Rep 2013; 15(7): 371
3 Parkin R, Nicholas FM, Hayden JC. A systematic review of interventions to enhance adherence and persistence with ADHD pharmacotherapy. J Psychiatr Res 2022; 152: 201–218
4 Ahmed R, Aslani P. Attention-deficit/hyperactivity disorder: an update on medication adherence and persistence in children, adolescents and adults. Expert Rev Pharmacoecon Outcomes Res 2013; 13(6): 791–815
5 Artikel des DAP vom 27.06.2024 „Methylphenidat kommt auf die Substitutionsausschlussliste“

AKTUELLES AUS DEM DAP DIALOG 82

Die Jurymitglieder des pDL-Awards

Profis entscheiden!

DAP lobt gemeinsam mit DAZ, PTAheute, Scholz online und apotheken.de in diesem Jahr den pDL-Award aus. Bis zur Vergabe des Preises am 11. Oktober auf der expopharm in München muss eine vierköpfige Jury über die Gewinner­apotheken entscheiden.

Zum Artikel aus dem DAP Dialog 82 (PDF)

DAZ.ONLINE INFORMIERT

Entwarnung berechtigt?

Paracetamol in der Schwangerschaft: erneute Diskussion

Gerade wurde Paracetamol vom Verdacht freigesprochen, es könne bei Ungeborenen das Risiko für Autismus und ADHS erhöhen.

Nun wird die besagte Studie kritisiert.

Wie sind die Daten einzuordnen?

Andrey Popov – stock.adobe.com


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