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Anaphylaxie nach der Covid-19-Impfung – was in der Apotheke zu tun ist

Mit der Durchführung der Impfung ist die Aufgabe des Apothekers noch nicht getan. Wenn auch sehr selten, können anaphylaktische Reaktionen nach der Impfung auftreten. Auch im Curriculum der Bundesapothekerkammer (BAK) wird daher das Thema anaphylaktische Reaktionen und Maßnahmen im Rahmen des Notfallmanagements nach Covid-19-Impfungen behandelt.

Anaphylaktische Reaktionen können bei allen derzeit zugelassenen Impfstoffen gegen das Coronavirus auftreten. Der aktuelle Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts gibt eine Melderate von weniger als 1 Fall pro 100.000 Impfungen an. Nach der Erstimpfung ist sie etwas höher als bei Folgeimpfungen und bei Frauen höher als bei Männern.

FASTJEKT ® (MEDA) Quelle: Mylan

Stadien der anaphylaktischen Reaktion

Stadium I

Schwindel, Kopfschmerzen, Tremor, Hautreaktionen, z. B. Ödeme oder Erythem

Stadium II

Zusätzliche Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall, Tachykardie, Atemnot

Stadium III

Zusätzlicher Bronchospasmus, Schock

Stadium IV

Herz-Kreislauf-Stillstand

Maßnahmen in der Apotheke

  • Team informieren und den Notarzt rufen (spätestens ab Stadium II!).
  • Beim Patienten bleiben und versuchen, ihn zu beruhigen.
  • Blutdruck und ggf. die Sauerstoffsättigung messen.
  • Adrenalin-Autoinjektor bereithalten (indiziert bei schwerer anaphylaktischer
    Reaktion [Stadium II/III]).
    ⇒ Dieser darf in der Apotheke im Notfall angewendet werden!

 

Und so geht es

Zunächst muss die Schutzkappe entfernt werden. Der Schaft des Pens wird anschließend mit der dominanten Hand umfasst und in etwa 10 cm Abstand zum Oberschenkel des Patienten gehalten. Danach den Pen im rechten Winkel mit einer schnellen Bewegung kräftig gegen die Außenseite des Oberschenkels aufsetzen und drücken (auch durch Kleidung). Autoinjektor mindestens 3 Sekunden in dieser Stellung festhalten (je nach Präparat auch längere Haltezeiten von 5 oder 10 Sekunden). Der Pen muss nicht aktiv ausgelöst werden, ein festes Pressen in die Haut bewirkt eine automatische Auslösung.

Auf dem deutschen Markt befinden sich zurzeit vier verschiedene Modelle von Adrenalin-Autoinjektoren (u. a. FASTJEKT® von der MEDA Pharma GmbH & Co. KG (A Viatris Company) bzw. EpiPen® als Importpräparat).

Was ist, wenn es nicht besser wird?

Zur Notfallbehandlung bei anaphylaktischem Schock sollten stets zwei Pens bereitliegen, damit bei einer fehlenden klinischen Verbesserung oder falls eine Verschlechterung eintritt, noch einmal nachdosiert werden kann. In einem solchen Fall kann nach 5 bis 15 Minuten eine zweite Injektion erfolgen. Dafür wird der zweite Pen nach demselben Schema injiziert.

» Hier geht es zum "Video Anaphylaxie – erkennen und handeln"

» Pflichttext FASTJEKT®