Abszess, Furunkel und Co.

Zugsalben und ihre Anwendungsgebiete

Jeder Apothekenmitarbeiter kennt die Zugsalbe, in Beratungs­gesprächen zu entzündlichen Haut­erkran­kungen wird sie gerne empfohlen. In den meisten Fällen enthält sie Ammonium­bituminosulfonat, einen Wirkstoff, der aus Ölschiefer gewonnen wird. Aber woher kommt eigentlich der Name Zugsalbe? Und wann wird sie genau eingesetzt?

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Warum „Zugsalbe“?

Der Name Zugsalbe leitet sich von der Wirkung ab: Der Eiter einer Entzündung wird an die Oberfläche gezogen. Der Eiterpfropf wird erweicht, die Haut­barriere gelockert und durchlässiger und der Eiter kann nach erfolgter Erweichung häufig spontan abfließen. Für die Zugwirkung ist der Wirkstoff Ammonium­bituminosulfonat verantwortlich.

Gut zu wissen

Abszess: Ein Abszess ist eine Ansammlung von Eiter unter der Hautoberfläche. In den meisten Fällen entsteht ein Abszess durch Krankheitserreger, die z. B. durch eine Wunde in die Haut eindringen. Das Immunsystem des Körpers bekämpft die Erreger, es kommt zu einer Entzündungsreaktion. Dabei wird Eiter gebildet, der u. a. aus Immunzellen und Bakterien besteht. Diese Abkapselungen von Eiter nennt man Abszess. Diese können in ganz unterschiedlichen Ausprägungen auftreten. Symptome sind schmerzhafte Rötungen und Schwellungen sowie sichtbarer Eiter. Abszesse können generell überall im Körper vorkommen, z. B. im Gehirn, am häufigsten treten sie allerdings in der Haut auf.

Furunkel: Ein Furunkel ist ein Abszess im Bereich einer Haarwurzel.

Karbunkel: Ein Karbunkel ist ein Konglomerat von Furunkeln.

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