Eine intravenöse Eisensubstitution mit ferinject® zur Behandlung eines Eisenmangels ist indiziert, wenn orale Eisenpräparate unwirksam sind oder nicht angewendet werden können.1 Im Handel verfügbare Eisenkomplexe zur i.v. Applikation unterscheiden sich nicht nur in ihrer Struktur und den physikochemischen Eigenschaften, sondern weisen auch Unterschiede hinsichtlich ihrer Verträglichkeit auf.2
Unterschieden werden dextranfreie und dextranbasierte Eisen(III)-Kohlenhydratkomplexe3,4, wobei die Dextranfreiheit einen Vorteil mit sich bringt: Bei einer Therapie mit dextranfreien Eisen-Kohlenhydrat-Komplexen sind keine dextraninduzierte anaphylaktische Reaktionen (DIAR), wie es bei dextranbasierten Komplexen aufgrund Ihrer Reaktion mit präformierten Dextran-Antikörpern, der Fall sein kann zu befürchten.5
Wichtig ist auch ein stabiler Komplex, da möglichst wenige Eisenionen (Fe3+) aus den Komplexen freigesetzt werden sollen. Freie Eisenionen sind unmittelbar toxisch, da sie über Redox-Prozesse Radikale bilden, die Autoxidationen und Membranschäden hervorrufen.6 Die hohe Komplexstabilität ermöglicht es, größere Mengen in kürzerer Zeit zu infundieren. So ist es möglich bis zu 1000 mg dextranfreie Eisencarboxymaltose (ferinject®,) als Initialdosis in mindestens 15 Minuten zu infundieren.1,*
Eisencarboxymaltose bietet laut ESC Guideline 20167 (European Society of Cardiology) eine effektive Möglichkeit, Eisen intravenös zu substituieren.
1 Fachinformation ferinject®, Stand April 2017.
2 Lipp HP. Peroral und intravenös anwendbare Eisenpräparate. Krankenhauspharmazie 2011;32:450-459
3 Lipp, H. (2016). "Eisen i.v. und die Aut-idem-Problematik." Deutsche Apotheker Zeitung 156. Jahrgang(9).
4 Neiser, S., et al. (2016). "Assessment of Dextran Antigenicity of Intravenous Iron Preparations with Enzyme-Linked Immunosorbent Assay (ELISA)." International Journal of Molecular Sciences 17(7): 1185.
5 Wang, Cunlin, et al. "Comparative risk of anaphylactic reactions associated with intravenous iron products." Jama 314.19 (2015): 2062-2068.
6 Geisser, P., et al. (1992). "Structure/histotoxicity relationship of parenteral iron preparations." Arzneimittelforschung 42(12): 1439-1452.
7 Ponikowski P et al. Eur Heart J.2016; 37(27):2129-2200
*plus 30 Minuten Nachbeobachtungszeit